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Aktuell stehen die Reparaturbestätigungen, die nach einem Kfz Haftpflichtschaden die sach- und fachgerecht durchgeführte Reparatur belegen, im Fokus der Gerichte. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 24.01.2017 (Az.: VI ZR 146/16), das unter anderem diese Thematik zum Gegenstand hatte. In der angesprochenen Entscheidung hat der Bundesgerichtshof die Erstattungsfähigkeit der Kosten für eine Reparaturbestätigung verneint. Dies hat die Versicherungswirtschaft zum Anlass genommen, entsprechende Kosten generell nicht mehr zu erstatten. Dabei wird aber übersehen, dass der Bundesgerichtshof die Erstattungsfähigkeit nur für eine ganz spezielle Konstellation abgelehnt hat. So soll dies nur dann gelten, wenn sich der Geschädigte für eine fiktive Abrechnung entschieden hat und den Nachweis der sach- und fachgerechten Reparatur auch nicht für andere Schadenpositionen, z.B. Nutzungsausfallentschädigung, benötigt. In allen anderen Fällen sind die Kosten, die durch eine Reparaturbestätigung anfallen, nach wie vor uneingeschränkt erstattungsfähig. Dies wird insbesondere auch durch die hiesigen Gerichte immer wieder bestätigt. Denn der Geschädigte kann für den Fall, dass das betroffene Fahrzeug in ein weiteres Schadenereignis verwickelt sein sollte, nur durch eine Reparaturbestätigung den Nachweis führen, dass der Vorschaden beseitigt wurde (Stichwort HIS-Datenbank der Versicherungswirtschaft).

Hinsichtlich der Höhe der Kosten für eine Reparaturbestätigung kommt es – wie beim Sachverständigengutachten – auf den damit verbundenen Zeitaufwand an. Generell werden aber zumindest Kosten in Höhe eines Grundhonorars von 60 € netto nicht beanstandet. Darüber hinaus können selbstverständlich auch Nebenkosten (zum Beispiel Fahrtkosten, Kosten für Lichtbilder etc.) in Ansatz gebracht werden.

Abschließend möchten wir vorsorglich noch auf eine Entscheidung des Landgerichts Stuttgart vom 26.01.2017 (Az.: 5 S 239/16) aufmerksam machen. Darin monierte das Gericht, dass die Reparaturbestätigung nur aus drei aussagearmen Lichtbildern und dem Hinweis, dass das Fahrzeug besichtigt und eine Reparatur sach- und fachgerecht durchgeführt wurde, bestanden habe, ohne eine Aussage zu Qualität, Umfang oder Arbeitsschritten der Reparatur zu treffen. Auch wir stellen immer wieder fest, dass die Reparaturbestätigungen sehr kurz gehalten werden und dürfen anregen, stets entsprechend der Vorgaben des Landgerichts Stuttgart wenigstens kurz die angesprochenen Punkte mit aufzuführen, zumal ja eine Erstattung des Arbeitsaufwands erfolgt.