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Aufgrund der fortlaufend komplexer werdenden Fahrzeugtechnik – insbesondere der Fahrzeugelektronik und der neuen Herausforderungen im Karosseriebereich – sind unfallbeschädigte Fahrzeuge immer häufiger einer Karosserievermessung oder einer Fehlerspeicherauslese zu unterziehen, um den Schaden vollumfänglich festzustellen. Führt der Kfz-Sachverständige diese Maßnahmen nicht mit eigenen Mitteln durch, greift er in der Regel auf die entsprechende Ausstattung und oft auch auf das Personal des (potentiellen) Reparaturbetriebes zurück.

 

Die insoweit schadenbedingt entstehenden Aufwendungen des Reparaturbetriebes können dem Kfz-Sachverständigen in Rechnung gestellt werden, der diese Positionen als Fremdrechnung ausweist und die Fremdrechnung seiner Rechnung beifügt. Im Gutachten selbst ist die Erforderlichkeit dieser Maßnahmen zu begründen. Im Ergebnis sind diese Kosten dann bei entsprechender Eintrittspflicht von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners bzw. von der Kaskoversicherung des Kunden zu erstatten.

 

Das Vorstehende gilt beispielsweise für die Hebebühnennutzung. Allerdings ist davon abzuraten, diese stets bei jedem Schadenfall in Rechnung zu stellen. Denn in diesen Fällen wird oft eine indirekte „Schmiergeldzahlung“ vermutet.

 

Die Nutzung einer Hebebühne durch den Sachverständigen ist im Übrigen nicht gleichbedeutend mit dem Stundenverrechnungssatz, der in diesem Betrieb üblicherweise erhoben wird. In Abhängigkeit der Dauer der Nutzung werden hierfür derzeit in der Regel Beträge zwischen 50,00 und 100,00 € [netto) als angemessen und erstattungsfähig erachtet.