0921 34 89 98 50 info@kanzlei-gerhards.de

Das Landgericht München I hat in einem brandaktuellen Berufungsurteil (Aktenzeichen: 8 S 2704/17) sinngemäß Folgendes (falsch) entschieden:

Wenn beim Kfz-Haftpflichtschaden das Autohaus, zu dem das unfallbeschädigte Fahrzeug gebracht wurde, einen Sachverständigen empfiehlt, der dann einen wirtschaftlichen Totalschaden feststellt und das nur geringfügig über dem Zweitgebot liegende Höchstgebot vom Autohaus stammt, darf der Geschädigte hierauf nicht vertrauen. Im entschiedenen Fall hielt das Gericht zu Gunsten der Versicherung das unstreitig später eingeholte Angebot des Versicherers aus einer Restwertbörse für maßgeblich, obwohl dieses weder dem allgemeinen, noch dem örtlichen Bereich des Geschädigten entstammte.

Damit entschied das LG München I gegen alle bisherigen Grundsätze, auch des Bundesgerichtshofs. Nachdem die „Münchner“ aber oft schon Vorreiter bei neuen Entwicklungen waren, können wir nur dringend empfehlen, dies zu beachten. Im Falle der Kooperation (Autohaus/Sachverständiger) dürfte sich das Problem auch nach der Entscheidung des LGs München I nicht stellen, wenn entweder nicht das Höchstgebot vom Autohaus stammt (das gleichwohl später den Pkw ohne irgendwelche Nachteile zum Preis des Höchstgebots kaufen kann) oder aber mehr als drei Restwertangebote des allgemeinen örtlichen Marktes des Geschädigten eingeholt werden.

Wir werden die Entwicklung beobachten, Sie weiter informieren und stehen bei Rückfragen gerne kostenfrei zur Verfügung.